Wer ist Jean Michel Jarre?

Jean Michel Jarre an der Laserharfe

Jean Michel Jarre an den Reglern

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Diesen Pionier der Elektronischen Musik sollte man kennen.



Anfang der 70er des letzten Jahrhunderts drangen aus einem französischen Tonstudio Klänge, welche so noch nicht ihren Weg in die Ohren der breiten Masse gefunden hatten. Elektronische Musik gab es zwar schon eine Weile, aber diese begnügte sich hauptsächlich damit, experimentell zu sein, nicht kommerziell.

Analoge Synthesizer, Klangformer und Sequenzer bestimmen das Bild, welches die typischen Klanglandschaften Jarres kennzeichnet. In den Alben Oxygene und Equinoxe, welche auch heute noch als DAS klangliche Hauptwerk dieses Musikers gelten und deren elektronische Fantasien mit dem Namen des Franzosen direkt verknüpft sind, glänzt schöpferische Vielfalt. Dies bezieht sich auf den musikalischen Bereich wie auf den des technischen Experimentierens. Welche Klangerzeuger können einen Melodielauf unterstützen, welche Kombination nicht aus der Natur stammender, elektronischer Geräusche formt eine spezifische Stimmung, wo durchdringt synthetisches "Geblubber" hilfreich den harmonischen Ablauf, wo beschreiben jene Klänge besser den Vordergrund. All dies findet sich in einer Musik, die zwar Spielwut reflektiert, aber doch in sehr sortierter Form. Zu direkt und zu abwechslungsreich, zu gut und zu wild einfach für schnöde Fahrstuhlmusik, gleichzeitig aber salonfähig genug, um auch die Charts zu entern.

1976 nahm der Siegeszug der populären Elektronischen Musik aus der Feder des Franzosen Fahrt auf. Oxygene wurde über die folgenden Jahre viele Millionen mal verkauft, das Nachfolgeralbum Equinoxe schlug 2 Jahre später in die selbe Kerbe, wurde zum Millionenseller. Es folgten noch Magnetic Fields, Concerts in China und Zoolook, welche den schier spielerisch einfach wirkenden Umgang Jarres mit den Klangerzeugern reflektierten. Trotzdem machte sich bemerkbar, der "alte" Stil ändert sich. Dies vor allem in Abhängigkeit von der Entwicklung der damaligen Technik. Das Sampling wurde zum Begriff, zur neuen Herausforderung für Jean Michel Jarre. Ein weiteres Mal war sein Wirken richtungsweisend, nicht zuletzt dank seiner bereits unbestreitbaren Popularität. War das Samplen anfangs noch ein Werkzeug in wenigen Klanglabors, so wurde es spätestens nach Zoolook zu einem Muss.

Weiterhin konnte man feststellen, dass das musikalische "Erfinden" und die Produktion neuer Elektronischer Musik dem Inszenieren immens großer Auftritte weichen musste. Konzerte mit mehreren Millionen Zuschauern bestimmen die Schlagzeilen, viele Gastmusiker teilen sich mittlerweile mit dem Franzosen die Bühne. Das Showleben als solches stellt bis heute die Weichen, Werke wie Oxygene und Equinoxe sind daher wohl auch nicht mehr zu erwarten.

Neben den oben genannten Klassikern gab es dennoch jede Menge Veröffentlichungen. So, wie Musiker es üblicherweise tun, machte Jarre Ausflüge in sehr verschiedene Bereiche. Stellvertretend dafür stehen zum Beispiel Alben wie Sessions 2000, Geometry Of Love, Métamorphoses und Téo & Téa. Immer noch Elektronische Musik, aber es scheint doch irgendwie ein "anderer" Jarre zu sein. Weiteren Alben merkt man an, sie sind vor allem für die Präsenz auf der Bühne geschrieben, wollen mit gewaltigen Bildern beeindrucken. So zum Beispiel Revolutions und Chronologie. Fern der alten Werke haben natürlich auch diese Alben ihre Bedeutung, spiegeln den aktuellen Zeitgeist wider. Sie zeigen, wie sich auch für einen Jean Michel Jarre das Antlitz der Elektronischen Musik verändert, wie er selbst mit den Veränderungen wächst, wie er die Technologie der jeweiligen Jahre einbindet.

Für weiterführende Informationen, speziell zur chronologischen Auflistung der Veröffentlichungen und zu fortführenden biografischen Details, bitte diesem Link (Wikipedia) folgen.